In der aktuellen Diskussion um die Krippenplätze in Deutschland wird immer wieder auf die positive Situation in den Nachbarländern verwiesen. Auch auf Belgien. Ja, hier ist es ganz normal, dass Mütter bereits schon nach dem 3. Lebensmonat ihres Kindes wieder arbeiten gehen können, da es genug Krippenplätze gibt. Der Mutterschutz ist hier aber auch nur 15 Wochen lang, 15 Wochen, in denen die Mutter sich auf die Geburt vorbereiten und nach der Geburt Zeit mit dem Kind verbringen kann. Danach gehen viele Mütter wieder arbeiten und die Kinder besuchen häufig bereits ab dem 3. Lebensmonat bis zu 9 Stunden am Tag eine “Crèche”, eine Kinderkrippe. Diese sind häufig privat, aber auch die Kommunen stellen Krippenplätze zur Verfügung. Da ich selber in der Situation war zu entscheiden, was ich nach der Geburt meines ersten Kindes mache, habe ich mich mit dem Angebot auseinander gesetzt und muss ehrlich sagen, dass ich einfach nur entsetzt war. Die Einrichtungen sind meistens in dunklen, kleinen Räumen, nicht immer gibt es einen Garten und die Sicherheits- und Hygienebedingungen lassen auch zu wünschen übrig. Ganz zu schweigen von dem inhaltlichen Angebot für die Kleinen – das besteht hauptsächlich aus abgegriffenem Plastikspielzeug und “nackigen” Puppen. Und zu alledem kosten sie mindestens 6 Euro pro Stunde!
Natürlich hoffe ich, dass es auch in Deutschland bald genug Krippenplätze gibt. Aber ich wünsche mir auch, dass trotz allem die inhaltliche Diskussion um die Qualität des Angebotes nicht dabei in den Hintergrund gerät und einmal wirklich auf das vermeitlich “tolle Angebot” in den Nachbarländern geschaut wird, wenn darauf verwiesen wird.
Ninette